Heimatverein Lohne e.V.
Presseschau:   - Lohner-Wind  im März  2006 -

Heimatverein Lohne e.V.
Patriarchalisches Weltbild und ein mutiger, gütiger Seelsorger

Franz Uptmoor - ein Priester aus Lohne

Hervorragend besucht war der Vortrag des Leiters des Offizialatsarchivs in Vechta, Willi Baumann, im Rahmen der Vortragsreihe des Heimatvereins Lohne, einem materialgestützten Lebensbild zum Thema „Pfarrer Franz Uptmoor - ein Priester aus Lohne" zeigte der Referent anschaulich, lebendig und kritisch die Widerspiegelung allgemeiner historischer Ereignisse in den 80 Jahren der Biografie des Geistlichen, der vor allem in der NS-Zeit durch Mut und Gradlinigkeit in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Gestapo geriet. Der Sohn einer Heuermannsfamilie aus Nordlohne, der ebenso wie seine fünf Geschwister durch Zielstrebigkeit den sozialen Aufstieg erreichte, besuchte die 1904 gegründete katholische Volksschule in Nordlohne und wurde auf der Rektoratsschule in Lohne auf den Übergang zum Gymnasium Antonianum in Vechta vorbereitet, wo er 1918 den Reifevermerk erhielt. Schon im August 1916 war er zum Heeresdienst eingezogen worden, das Kriegsende erlebte der zweimal dekorierte Soldat an der Westfront, wo er im August 1918 in Kriegsgefangenschaft geriet, aus der er erst nach 1 1/2 Jahren entlassen wurde. Die Kriegserlebnisse und das Vorbild seines Bruders Josef als Priester ließen ihn in Münster Theologie studieren. Im Dezember 1924 zum Priester geweiht, wirkte er in Osterfeine. Emstek. Lutten und Sevelten, bis er im Alter von 43 Jahren von 1940 bis 1972 Pfarrer von Steinfeld wurde. Drei Strafverfahren wurden gegen ihn wegen seiner Predigten in der NS-Zeit angestrengt, in die sich sogar das Reichsjustizministerium in Berlin einschaltete. In Bethen, der zentralen Gedenkstelle für die Weltkriegsgefallenen aus dem Oldenburger Münsterland, hielt Kaplan Franz Uptmoor 1936, in der aufgeheizten Stimmung nach dem Kreuzerlass, vor 2.000 ehemaligen Frontsoldaten und 1.000 Angehörigen in strömendem Regen eine emotional geführte Predigt von einer Stunde Länge, in der er Treue zur Religion bis zum Martyrium forderte. In der heutigen Zeit etwas befremdlich erscheint sein patriarchalisches Weltbild sowie sein Einsatz gegen die Einführung von Tanzvergnügen. Als Begründung führt er an, dass dieses in Sevelten 100 Jahre nicht üblich war und sittlichen Ausschweifungen und Verirrungen Tür und Tor öffne. Nicht - wie sonst in Priesterbiografien üblich - die baulichen Leistungen des Pfarrers standen im Vordergrund der differenzierten Bilanzierung eines Priesterlebens durch den Referenten Willi Baumann, sondern das Welt- und Menschenbild des Geistlichen, der den Ehrentitel Probst und die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Steinfeld erhielt, dessen Wesenszug das gute Beispiel war und dem mehr als 1.000 Mitbürger 1978 das letzte Geleit zu seiner Ruhestätte auf dem Steinfelder Friedhof gaben.

Veranstaltungen des Heimatvereins im März/April:

Samstag, 18.03., 10-14 Uhr - Oldenburgische Bücherbörse in Ramsloh - Schulzentrum Ramsloh

Montag, 20.03., 19.00 Uhr - „Naturerlebnis Dümmer" Lichtbilder-Vortrag von Willi Rolfes, Vechta - Industrie Museum Lohne

Freitag, 24.03., 20.00 Uhr - Prüttessen mit Lichtbilderschau

von A. Weghoff und B. Warnking - Gaststätte Kalvelage, Brockdorf

Samstag, 25. 03., 8.00 Uhr - Wanderung „Rund um den Dümmer" -(Gertruden schule - Abfahrt)

Montag, 03. 04., 19.00 Uhr - Jahresmitgliederversammlung des Heimatvereins Lohne - Industrie Museum Lohne


Spende der Norddeutschen Zucker AG

Das Industrie Museum hat zur Konservierung von Holz von Bohlenwegen mit einem Alter von mehr als 4.000 Jahren von der Norddeutschen Zucker AG Braunschweig eine Spende von zwei Tonnen erhalten. Darüber freuen sich das Leiterteam des Museums mit Ulrike Hagemeier und Benno Dräger sowie der verantwortliche Moorarchäologe Alt" Metzler (r.) und der Paläontologe Dr. Andreas Bauerochse (2. von links), beide vom Landesamt für Denkmalpflege in Hannover.

 

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